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Ausgangslage

Die Wahl des Lebensraums ist Ausdruck von Selbstbestimmtheit und Lebensqualität. Und höchste Lebensqualität wird im eigenen Umfeld erfahren, im Erleben von Gewohnheiten und Ritualen – also in der vertrauten, sicheren Umgebung. In einer immer älter werdenden Gesellschaft gilt es, Angebote und Kooperationen zu entwickeln, die es Älteren und Pflegebedürftigen erlauben, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung zu bleiben. Genau hier setzt das Netzwerk Märkisches Viertel an: Den Grundstein legten die GESOBAU AG, der Pflegestützpunkt und das zuständige Bezirksamt Berlin-Reinickendorf bereits 2003.

Umsetzung

Im Blickpunkt der Initiative stehen ältere, behinderte und pflegebedürftige Menschen. Niedrigschwellige Beratungs-, Bildungs- und Präventionsangebote, soziale Dienste und kulturelle Aktivitäten sollen die Zielgruppe in ihrer Alltagsbewältigung unterstützen. Mit dem Motto „Hier will ich bleiben“ besteht das Ziel des Netzwerks darin, so lange wie möglich ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Die Vernetzung der Partner  hilft, Schnittstellen zu überwinden und soziale Problemlagen frühzeitig  zu erkennen. Die Zusammenarbeit wird seit 2009 durch die Rechtsform eines eingetragenen Vereins geregelt, um dem zuvor losen Miteinander der Netzwerkpartner einen verbindlichen Rahmen zu geben. Zurzeit gehören dem Netzwerk 20 voll stimmberechtigte Mitglieder sowie fünf Ehrenmitglieder an. Sie verkörpern rund 50 Dienstleistungsangebote in den Bereichen Pflege und Alltagsmanagement, Beratung und Kommunikation, Rehabilitation und Medizin, Schulen  sowie weitere Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, des Wohnens und kommunaler Dienste.

Resultate

Ein Erfolgsgarant ist, dass persönliche Ansprechpartner sich vor Ort um die vornehmlich ältere Zielgruppe kümmern. Hier unterstützen die „Senioren-Infothek“ und die Initiative „Nachbar hilft Nachbar“ als Peer-to-Peer-Ansatz. Senior(inn)en, die im Stadtteil leben und gut vernetzt sind, vermitteln zweimal wöchentlich Bewohner(inn)en ehrenamtlich weiter an Beratungs- und andere Dienste. Ergänzend setzt die Senioren-Infothek gezielt Schwerpunkte mit den Themenwochen „Älter werden im MV“ und „Café Senftenberger“ und bietet mit Netzwerkpartnern Vorträge und spezielle Beratung an. Von November 2016 bis Juni 2017 wurde zusätzlich ein Informations- und Interaktionsnetzwerk für Senior(inn)en entwickelt. Diese altersfreundliche digitale Infrastruktur wurde unter Beteiligung von Senior(inn)en aufgebaut. So wurden Tablet-PCs angeschafft und ein Trainingsprogramm für SeniorInnen aufgelegt. Es soll Älteren ermöglichen, Smartphones oder Tablet-PCs selbstständig zu nutzen oder mit ein wenig Unterstützung soziale Medien kennenzulernen. Die Website www.seniorennetz.berlin bietet eine Übersicht zu unterschiedlichen Themen, zu Orten im Viertel sowie zu aktuellen Veranstaltungen. Für Ratsuchende, die daheim kein Internet haben, gibt es betreute mobile Stelen mit integrierten Tablets und Druckern, an denen Senior(inn )en sich online informieren und Technik ausprobieren können.

2015 wurde das Netzwerk Märkisches Viertel e.V. mit dem Preis StadtPflegeCOMPASS ausgezeichnet. Für das Projekt „SeniorenNetz“ wurde das Netzwerk Märkisches Viertel 2017 der „Goldenen Internetpreis“ verliehen. Im März 2018 erhielt das Netzwerk im Rahmen des BBU ZukunftsAward eine „Besondere Anerkennung“. Das altersfreundliche Informationsportal ist 2018 für den Deutschen Engagementpreis nominiert.

Tipps zum Nachahmen

  • Wesentlicher Treiber und Akteur ist die GESOBAU AG. Sie stellt dem Netzwerk MV personelle, organisatorische und finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Dieses starke Engagement erklärt sich nicht zuletzt damit, dass sich die Ziele des Netzwerkes unmittelbar mit den Vermietungsinteressen des kommunalen Wohnungsunternehmens decken. Als große Investorin im Quartier ist die Mitgliedschaft der GESOBAU AG zudem ein wesentlicher Anreiz für die im Netzwerk aktiven Dienstleister.
  • Eine heterogene Zusammensetzung von Akteuren aus Gesundheits-, Sozial-, Wohnungswirtschaft, Handwerksbetrieben.
      • Verbindlichkeit durch Vereinsstruktur.
        • Gemeinsame Arbeits- und Projektgruppen.
        • Regionale Begrenzung und lokaler Bezug des Engagements.
        • Zusammenwirken starker Partner: GESOBAU (Wohnungswirtschaft), Bezirksamt Reinickendorf (Kommune) und Pflegestützpunkt Reinickendorf (Beratungsstelle).
        • Integration der Zielgruppe in Projekten

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Fazit der Redaktion

Dieses vorbildliche Beispiel zeigt, wie der demografische Wandel zum Wohl der Gemeinschaft  gestaltet werden kann. 

Das wirtschaftliche Interesse der Wohnungswirtschaft ist hier Treiber und Garant für ein vorbildliches soziales Netzwerk, das älteren Menschen ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung ermöglicht. Besonders gelungen finden wir, dass auch die Bewohner selbst eingebunden werden und ihren Nachbarn mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Steckbrief

THEMA
Ältere und Senioren
Regionen und Digitalisierung
Soziale Benachteiligung

UNTERNEHMEN

GESOBAU AG/ Netzwerk Märkisches Viertel e.V.

BRANCHE
Sonstiges

GRÖSSE

Großes Unternehmen

STANDORT

Wilhelmsruher Damm 142, 13439 Berlin

WEBSITE

https://www.gesobau.de

 


 

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